Roy's Retreat

Liebe Alle,

die letzten 2 Wochen habe ich in „Roy’s Retreat“ „gewooft“ (ein paar Stunden arbeiten pro Tag für Kost und Logis) und ich möchte meine Erfahrungen von dieser Zeit gerne mit euch teilen.
Roy’y Retreat liegt ca. 70 km entfernt von Kununurra (Kleinstadt mit ca. 5000 Einwohnern) in der „Kimberly Region“ im Norden Westaustraliens. Der Weg zu Roy’s Retreat führt über Stock und Stein und ist in der Regenzeit meist nur mit dem Boot erreichbar, weil die Straße vom naheliegenden Fluß überschwemmt wird.
Roy’s Retreat ist ein Zentrum für die Betreuung von Wildtieren und Umweltschutz. Ziel ist es die einheimischen Tiere u.a. vor wilden Hunden, Katzen und giftigen Kröten zu schützen. Durch den Bau von Feuerschneisen wird versucht die Buschfeuer fernzuhalten, welche eine der Hauptursachen für die Zerstörung des natürlichen Lebensraumes der Wildtiere ist. Eines der Hauptprojekte von Roy’s Retreat ist die Aufzucht und Betreuung von verletzten und/oder verwaisten Euro und Antilopine Kängurus sowie Agile und Nailtail Wallabies. Am Ende der Betreuungszeit werden diese in die Natur freigelassen. Da das Antilopine Känguru das vom Aussterben bedrohteste Känguru in Nordaustralien ist, liegt  die Betreuung dieses Beuteltiers der Direktorin besonders am Herzen. Geleitet wird Roy’s Retreat von Barbara Walker, einer gebürtigen Schweizerin, die 1993 als Fotografin Australien bereiste. Während ihrer Reise besuchte sie auch Roy’s Retreat , wo sie Roy Walker, einen pensionierten Cowboy (Stockman) kennenlernte, sich in ihn sowie die Gegend verliebte und ein Jahr später zurückkehrte und Roy heiratete. Roy war der geborene Buschmann und hatte sein Leben lang in Einklang mit der Natur und dem Land gelebt. Seitdem er im November 2006, mit 77 Jahren verstorben ist, führt Barbara seinen Traum der Wildtierbetreuung und Umweltschutzmaßnahmen fort. Die Lebensbedingungen in Roys Retreat sind sehr hart. Die sanitären Anlagen sind einfach, die Stromversorgung ist limitiert (lediglich ein paar Solarzellen), es gibt kein Handyempfang, bis zur nächsten Teerstraße sind es ca. 8 km, bis zur nächsten Gesundheitseinrichtung 70 km und in der Regenzeit steigen die Temperaturen auf über 50 °C. Trinkwasser wird aus dem naheliegenden Fluß bezogen. Barbara wohnt hier alleine und hat lediglich in der Trockenzeit (ab ca. April) ab und zu freiwillige Helfer, die sie unterstützen. Barbara erhält eine kleine Rente, mit der sie sich und die Tiere gerade so über Wasser halten kann. Für die Materialien zum Bauen der Gehege, für Benzin, Tierfutter usw. reicht die Rente oft nicht aus. Vom Staat erhält sie keine Unterstützung. Daher ist Roy’s Retreat auf Spenden angewiesen. Mehr über Roy’s Retreat findet ihr hier.
Während meiner Zeit in Roy’s Retreat, habe ich Barbara gemeinsam mit Jacky und Keith, beim Streichen, beim Bau von Zäunen, Känguru Gehegen, Füttern der Tiere, Hausarbeiten sowie etwas Office Work unterstützt. Wie auch in den letzten Wochen und Monaten habe ich in meinem Zelt übernachtet. Der Tag begann mit 6 Uhr (für Barbara bereits 03:30 Uhr) meist sehr früh, da die Temperaturen dann noch erträglich waren. Während der Mittagszeit war es kaum möglich irgend etwas zu machen, da die Hitze einen einfach erdrückt hat. Gegen 19 oder 20 Uhr waren wir dann meist so fertig, dass wir in unsere Betten gefallen sind.
Trotz der Abgelegenheit und einfachen Lebensbedingungen in Roy’s Retreat habe ich meine Zeit dort sehr genossen. Es bereitet mir Freude zu etwas beitragen zu können, was meiner Meinung nach Sinn macht. Zudem muss ich zugeben, dass ich es ab und zu schon vermisse zu arbeiten. Doch dann sage ich mir, dass ich so viel Freizeit wahrscheinlich nie wieder in meinem Leben bekommen werde und mache mir darüber keine weiteren Gedanken J
So ihr Lieben – ich werde es in den nächsten Tagen wahrscheinlich tatsächlich schaffen die Grenze Westaustraliens zu überschreiten und im Northern Territory reisen. Ich bin schon ganz aufgeregt! Back on the Road! Wohoo!!!
Das bedeutet auch, dass der Zeitunterschied zwischen euch und mir sich von 6 Stunden auf 7,5 Stunden vergrößert. Australien ist eben ein großes Land.

Bis zum nächsten Mal!


Kristin


Meine Reiseroute vom 4. Mai bis zum 26. Mai


Meine Reiseroute vom 26. Mai bis 8. Juli (mit kurzer Unterbrechung in Denmark)


Meine Reiseroute vom 8. Juli - 28. Juli


Roy's Retreat


Kochstelle


Brotbacken im Sonnenofen. Yummy!


Küche


Abwaschen unter der Sonne


Duschen unter freiem Himmel


Barbara mit Pauli, einem Antilopine Walleroo


Jacky, Keith, Barbara vor dem Känguru Gehege, welches wir gerade bauen.


Pflegekind Keithy (Agile Wallaby)


Pflegekind Sabrina (Agile Wallaby) schnabuliert Süßkartoffel


Schmirgeln von Holz


Streichen von Stahl...


…Reifen


Spritzen von Dosen (diese werden an einen Stacheldrahtzaun gehangen und verhindern, dass sich Flughunde, Vögel, Kängurus etc. im Zaum verheddern und verletzten. Die Tiere können den Zaun nicht sehen/erkennen)



Ein Rockwallaby beim Abendbrot

Kommentare

Beliebte Posts