Toga time

Es gibt mich tatsächlich noch! Immer noch mit 2 Paar Beinen und Füßen, 2 Paar Händen und Armen und die Nase, Augen und Mund sind auch noch vorhanden! Es gibt also keinen Grund zur Sorge, nur weil ich so lange nicht geschrieben habe. Hier in Sambia ist jetzt der Hochsommer ausgebrochen und das Thermometer steigt täglich auf mindestens 35 °C, die Nächte sind angenehm warm und die Schals, Tücher und langen Klamotten wurden in den Schrank verbannt. Aber nach dem Sommer, den ihr in Deutschland hattet, kann ich euch damit sicher nicht mehr beeindrucken und langweilen möchte ich auch nicht.

Also eigentlich müsstet ihr mal einen Blog für mich machen, bei den vielen sozialen und kulturellen Anlässen, die es in Deutschland gibt und die ihr besuchen könnt. War nicht erst vor kurzem Kirmes in Thüringen, das Oktoberfest in Bayern/ München oder die Herbstmesse in Magdeburg? Hier in Sambia haben wir so etwas nicht und auch ansonsten sind die Freizeitmöglichkeiten relativ beschränkt. Um sich also nicht zu sehr zu langweilen, muss man kreativ werden. Vor 2 Wochen hat deswegen eine kleine Gruppe der Internationals aus Mazabuka, Siavonga und Lusaka eine Togaparty am Karibasee veranstaltet. Eine Togaparty ist eine Mottoparty, bei der sich jeder in einer Toga kleiden muss. Togas waren der Kleidungsstil der alten Römer, also in der Zeit wo es noch Julius Caesar gab und Asterix und Obelix und so ;-) War eine ganz lustige Angelegenheit. Wir sind Mittags angereist, haben den Nachmittag mit gekühlten Drinks und Volleyball am Strand verbracht und abends zu gutem Wein und Musik die Zeit der alten Römer gefeiert. 
 Eine kleine internationale Grupper der Togagesellschaft


Vor ca. 4 Wochen stand ein Wochenende in Mazabuka und Monze auf dem Plan, 2 anderen Orten im Süden Sambias. In Monze fand das Chikuni Radiofestival statt. Wie auch bei uns zu Hause sind verschiedene Bands aufgetreten, aber auch Tanzgruppen. Das Besondere (oder auch nicht) war, dass ausschließlich Tänze der Tonga vorgeführt worden sind sowie Tongasprachige Lieder gesungen worden sind. Ansonsten ist es aber gar nicht so anderes wie die unsrigen Open Air Festivals. Es gibt zahlreiche Essens- und Verkaufsstände, die Toiletten sind nach einer Zeit eine Zumutung und es ist staubig, so dass man sich abends auf eine Dusche freut. Eine Sache, die wir zu Hause nicht haben, die auf so einem Festival in Sambia aber nicht fehlen sollte, ist die Möglichkeit sich auf HIV testen zu lassen und weitere Gesundheitsinformationen und Beratung zu Malaria und Tuberkulose sowie Hygiene von dem örtlichen Krankenhaus zu erhalten. 

 Buehne beim Chikuni Radio Festival

Der Weihnachtsmann war auch beim Festival :-)


Hm – was gibt es sonst noch so zu berichten? Ach ja – vor genau einer Woche habe ich das 1. Mal in meinem Leben den Tag der Deutschen Einheit zelebriert. Wie alle anderen in Sambia lebenden Deutschen auch war ich zu einem Empfang in die Residenz des Deutschen Botschafters eingeladen. Nach dem Schreiten über den roten Teppich und dem persönlichen Empfang durch den Botschafter und seine Gattin gab es zwei Begrüßungsreden von dem Botschafter selbst sowie die sambische Ministerin für Tourismus. Die Hymnen beider Länder wurden gesungen und danach konnte man sich auf ein leckeres deutsches Buffet mit Sauerbraten, Spätzle, Currywurst, Leberkäse, Kartoffelsalat etc. stürzen.  Kontakte zu Geschäftspartnern wurden gepflegt und neu geknüpft und der neuste Klatsch und Tratsch wurde bei dieser Gelegenheit auch ausgetauscht. Dem deutschen Steuerzahler sei Dank!

Mir ist beim Verfassen dieses Eintrags aufgefallen, dass ich in den vergangenen 8 Monaten sehr viel durch Sambia gereist bin und ich dachte ich gebe euch mal eine kleine Übersicht, wo ich bereits war. Die braunen Quadrate in der unten stehenden Karte markieren die Orte. Vieles sieht zwar dicht bei einander aus, aber ich möchte zu bedenken geben, dass Sambia ein weites Land mit schlechten Straßen ist, so dass eine Strecke von 200 km einen auch mal locker 4 Stunden kosten kann….

Viele Grüße!

Kristin

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