Was macht sie da eigentlich?

Hallo Ihr Lieben!

Viele von euch fragen sich sicher was ich jetzt eigentlich in Sambia so mache. Deswegen widme ich den heutigen Blogbeitrag diesem Thema. Dazu werde ich zunächst auf die Strukturen der Organisation „Lupande Youth Development Project“ (LYDP) eingehen und im Anschluss daran meinen Tätigkeitsbereich beschreiben. Da ich noch in der Einführungs- bzw. Orientierungsphase bin, erhebt diese Darstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Organisation: LYDPDie Organisation LYDP würden wir in Deutschland als einen gemeinnützigen Verein bezeichnen, der auf Gemeindeebene bzw. Distriktebene (vergleichbar mit einem Landkreis in Deutschland) versucht Jugendliche in den Bereichen Gesundheit und Soziales zu stärken und sie dazu befähigen möchte ein höheres Maß an Selbstbestimmung für ihre Lebensgestaltung zu übernehmen. LYDP hat zwei Festangestellte und zahlreiche Freiwillige. Einer der Hauptgeldgeber ist der DED, welcher seit 4 Jahren Gelder für präventive Maßnahmen im Bereich HIV/ AIDS zur Verfügung stellt. HIV und AIDS Prävention ist DER Arbeitsschwerpunkt der Organisation, was auf die hohe Anzahl an HIV positiven Menschen, insbesondere Jugendlicher, zurückzuführen ist. Die Prävalenz liegt derzeit bei ca. 20%. Im Allgemeinen kann in Sambia also davon ausgehen, dass jeder Fünfte zwischen 15 und 49 Jahren positiv ist. Kaum eine Familie ist nicht betroffen und jeder kennt jemanden der bereits an AIDS verstorben ist bzw. mit dem Virus lebt. HIV und AIDS sind hier allgegenwärtig und man findet an vielen Gebäuden, auf Plakaten und Schildern am Straßenrand Schriftzüge, die auf das Thema in der einen oder anderen Weise darauf hinweisen. Sei es, dass die Leute sich testen lassen sollen oder dem Mythos begegnet wird, dass Sex mit einer Jungfrau AIDS nicht heilt. Doch wir alle wissen ja wie das mit den Massenmedien ist, irgendwann hat man sich an sie gewöhnt und registriert sie kaum noch. Testet es doch mal an euch selber! Nehmt ihr die Plakate der BZgA-Kampagne „mach’s mit“, in der Gemüse Kondome übergezogen sind überhaupt war? Und wenn ja, habt ihr jemals darüber nachgedacht und evtl. euer Verhalten darauf hin überprüft oder gar geändert? Nun ja in Sambia ist es ähnlich und weil die Zahl der Neuinfizierten nur marginal, wenn überhaupt, sinkt, sind effektive Aufklärungsveranstaltungen hier besonders wichtig, v.a. vor dem Hintergrund, das AIDS NICHT HEILBAR und es auch noch keine Impfungen gegen das HI-Virus gibt. Dem hat sich auch LYDP verschrieben.
Ein anderer Bereich mit dem Jugendliche hier stark zu kämpfen haben ist die hohe Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Armut. Aus diesem Grund versucht LYDP, Jugendlichen und AIDS-Waisen eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf (Schneider und Schreiner) zu ermöglichen und ihnen dabei zu helfen ein Darlehn oder Kredit zu verschaffen, mit dem sie ihr eigenes kleines „Unternehmen“ etablieren können. Bei diesem Punkt möchte ich sehr das „VERSUCHT“ hervorheben, da aufgrund unzureichender Finanzmittel dies bisher noch nicht umgesetzt werden konnte. An dieser Stelle komme ich ins Spiel und meine Aufgaben…
Meine Aufgaben:
Da die Finanzierung des DED im kommenden Jahr ausläuft ist es notwendig, dass LYDP andere Geldgeber findet, damit sie weiterhin ihre Aufklärungsveranstaltungen durchführen können, zudem aber auch eine Möglichkeit finden die anderen Aktivitäten zu finanzieren. Das Stichwort ist hier Fundraising. Dazu ist ein Fundraising Comittee gewählt worden, dessen Vorsitz ich inne habe. Mit meiner Hilfe wollen wir in den kommenden Wochen versuchen Gelder für das Projekt zu akquirieren Meine Aufgabe wird es sein die Aktivitäten zu koordinieren und beim dem Herausfinden geeigneter Organisationen und dem Verfassen der Anträge zu helfen. Da das für mich auch Neuland ist, werde ich hier sicher einiges dazulernen können, aber denke auch, dass ich eine Unterstützung sein werde.
Des Weiteren mache ich bei den HIV/ AIDS Aufklärungsveranstaltungen, den sogenannten „JIC-Runs“(Joint in Circuits) mit (entwickelt von der GTZ und dem DED). Hier gehen wir unter anderen an die Schulen und informieren in einem partizipativen Ansatz über die Themen Liebe, Sexualität und HIV. Im Einzelnen widmen sich die Stationen den Themen sexuell übertragbare Krankheiten (STI), Kondome und andere Kontrazeptiva, Übertragungswege von HIV, dem Leben mit HIV und ARV (antiretrovirale Therapie) und der Körpersprache. In einer Station werden alle diese Themen nochmals zusammengefasst und spielerisch abgefragt.
Am Dienstag fanden die ersten beiden JIC-Runs statt und an der zweiten Schule habe ich dann auch schon eine Station (Kondome u.a. Kontrazeptiva) mit moderiert. Ich war ziemlich aufgeregt, v.a. weil ich als Weiße genau unter die Lupe genommen werde, aber ich denke ich habe mich ganz gut geschlagen und konnte auch auf alle Fragen aus dem Publikum antworten.
Neben diesen Veranstaltungen konzipiere und führe ich gemeinsam mit Jack noch andere Aufklärungsveranstaltungen durch über Themen, die für Jugendliche von Interesse sind.
Über die Effektivität dieser Veranstaltungen bin ich mir noch nicht wirklich sicher, aber das ist ein Thema auf das ich eventuell noch mal später zu sprechen komme, wenn ich die Möglichkeit hatte mehr Erfahrungen zu sammeln …
Okay – das war’s für heute.
Viele Gruesse!

Kristin

Kommentare

  1. Liebe Kristin,
    schade, dass es davon keine Fotos gibt, wie du Aufklärung vor kleinen schwarzen Kindern betreibst - ein sicherlich herrliches Bild. :-)
    Und deine zukünftige (Vorstands)aufgabe hört sich ja schon ziemlich verantwortungsvoll an: Kannst du uns dann darin schulen, wenn du wieder da bist? :-D
    Sei ganz lieb gegrüßt, die Anni

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  2. hey kristin, bin grad mal wieder in lusaka seit gestern, denn hier findet ein workshop von brot für welt statt, zu dem auch youth alive eingeladen ist...werd heute auch noch hannes, sandra, matthias und kehoma treffen.
    die bilder von deinem plätzchen sehen echt idyllisch aus, erinnert mich an mein haus in solwezi =n)
    hoffe, dir gehts so weit ganz gut und du hast dich gut eingelebt!
    ich will auch nen hund haben!!!
    cu janice

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