Von Ottawa bis Vancouver, 19th IUHPE World conference
"Those who take no interest in policy are destinated to be governd by those who do.This is the price they pay for their apathy."
„Ich studiere Gesundheitsförderung.“

„Was ist denn das? Was kann man später damit machen?“
Diese Fragen wurden mir schon so oft seit meinem Studienbeginn in 2004 gestellt, dass ich aufgehört zu zählen.
Meine Antwort darauf lautete oft: „Gesundheitsförderung ist ein Prozess, die Menschen zu befähigen mehr Kontrolle über ihr Leben und ihre Gesundheit zu übernehmen.“
Die Reaktionen sind meist ein Lächeln und ein skeptischer Blick und schon komme ich mit dem Paradebeispiel der Betrieblichen Gesundheitsförderung, also in Betrieben und Firmen zu intervenieren um die Arbeitsunfähigkeitstage und den Krankenstand zu reduzieren, in dem versucht wird Arbeitsabläufe zu optimieren.
Der skeptische Blick verschwindet und Verständnis wird einem entgegengebracht.
Doch Gesundheitsförderung ist so viel mehr als ein mal im Quartal eine Rückenschule oder einen Nichtraucherkurs durchzuführen.
Der Ursprung der Gesundheitsförderung ist komplex und kann nicht durch ein einziges Ereignis erklärt werden. Es gibt jedoch einige Schlüsselmomente in der Geschichte, die die Entwicklung der Gesundheitsförderung vorangetrieben haben. Hierzu zählt u.a. auch die 1. internationale Konferenz zur Gesundheitsförderung in Ottawa, Kanada am 21.11.1986 in der die Ottawa Charter zur Gesundheitsförderung „Concepts and Priniciples of Health Promotion – the move towards a new Public Health“ verabschiedt wurde. Sie sollte Handlungsansätze bieten, um die von der WHO 1981 ins Leben gerufene Aktion „Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000“ zu erreichen. Zu aller erst war sie jedoch eine Reaktion auf die steigenden Erwartungen einer new Public Health Bewegung. Sie legementierte die Vision der Gesundheitsförderung, in dem sie deren Schlüsselstrategien, -konzepte und Handlungsebenen, sowie die Voraussetzungen für Gesundheit definierte. Für Studenten der Gesundheitsförderung ist sie zu einer Art Handbuch geworden. Im folgenden ein kleiner Überblick:
Definition Gesundheitsförderung:
"Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an
[...]
Gesundheit steht für ein positives Konzept, das in gleicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit ebenso betont wie die körperlichen Fähigkeiten. Die Verantwortung für Gesundheitsförderung liegt deshalb nicht nur bei dem Gesundheitssektor, sondern bei allen Politikbereichen und zielt über die Entwicklung gesünderer Lebensweisen hinaus auf die Förderung von umfassendem Wohlbefinden."
- Interessen vertreten (Advocate)
- Befähigen und ermöglichen (Enable)
- Vermitteln und Vernetzen (Mediate)
Handlungsebenen der Gesundheitsförderung:
- Entwicklung einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik
- Gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen
- Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen unterstützen
- Persönliche Kompetenzen entwickeln
- Gesundheitsdienste neu orientieren
Zusammen mit 9 anderen Studenten der FH MD-SDL habe ich bei der Konferenz als Volunteer gearbeitet und natürlich, was viel wichtiger ist, Workshops und Präsentationen besucht. Ca. 4000 Personen aus der ganzen Welt haben an der Konferenz teilgenommen und es war für mich ein unglaublich motivierendes Gefühl zu sehen, dass sich so viele Menschen für die gleiche Sache engagieren und hat Mut gemacht weiter in die Zukunft zu schauen. Besonders die Rede von Stephen Lewis bei der Eröffnungsveranstaltung hat mich sehr inspiriert.
Eines der Hauptanliegen der Konferenz war zu prüfen in wie weit die Ottawa Charter die Entwicklung der Gesundheitsförderung beeinflusst hat und welchen Weg sie seit Ihrer Gründung gegangen ist.
Nicole und Linda, 2 fleißige Volunteers
Ich selbst habe am Mittwoch, 13.06.2007 eine Präsentation gehalten, in welcher ich den Berufsverband Gesundheitsförderung e.V., der 2004 von Studenten der FH gegründet worden ist, vorgestellt habe. Rahmenthema der Session war das „IUHPE – Student and Young Network“, in der es darum ging ein Netzwerk zur Gesundheitsförderung für Studierende und Berufseinsteiger innerhalb der IUHPE zu gründen. Neben dem Berufsverband wurden noch ein Netzwerk aus Australien und Norwegen vorgestellt sowie die Datenbank www.hp-source.net, welche Informationen zu Masterstudiengängen in den Bereich der Gesundheitswissenschaften bereithält.
In Folge des Workshops wurden 2 Resolutionen aufgesetzt und konnten am folgenden Tag dem IUHPE Komitee vorgestellt werden – mit positiver Resonanz: Es darf ein IUHPE Student and Young Professional Netzwerk aufgebaut werden. Die Hauptziele dieses Netzwerkes sind:
- To encourage student/young professionals’ participation in the larger IUHPE network.
- To create resources, programs and projects that meet the needs of student and young professional members.
- To enrich the strength of the IUHPE by contributing the unique perspectives, experience and energy of students and young professionals to current projects, programmes, publications and conferences.
- To become active in shaping the IUHPE of the future according to the needs and interests of students and young professionals.
Da ich diese Idee des Netzwerkes sehr gut finde werde ich an dessen Aufbau mitarbeiten.
Als Volunteer habe ich in der Gruppe „Crowd Control“ gearbeitet, was bedeutete, dass ich den Teilnehmer der Konferenz den Weg weisen musste. Könnt ihr euch das vorstellen? Ich eine der orientierungslosesten Personen ever – musste den Leuten sagen wo sie hin mussten! Erstaunlicher Weise habe ich mich ganz gut behauptet und denke sagen zu können, die Leute NICHT in die falsche Richtung geschickt zu haben....
All the best!
P.S. Natürlich hatten wir auch ein bisschen Freizeit, aber darüber berichte ich ein ander mal...

Bin schwer begeistert!!! Und gespannt auf weitere News :-)
AntwortenLöschenWirst noch ein richtiger Star werden!! Und das erste Bild - total professionell, sehr schön :-)
Freu mich schon auf weitere Berichte...
GLG Anni