Bibblumun

Ui – wie die Zeit vergeht! Seit meinem letzten Eintrag ist mehr als ein Monat vergangen und einige unter euch fragen sich vielleicht was ich so getrieben habe. Hauptsächlich versuche ich noch zu entschleunigen, was mir gar nicht so einfach ist. Am leichtesten fällt es mir jedoch wenn ich in der Natur bin. Aus diesem Grund habe ich vergleichsweise viel Zeit dort verbracht. Bevor ich Fremantle/Perth verlassen habe, habe ich noch einen Ausflug auf „Rottnest Island“, ca. 45 Minuten von Fremantle entfernt gemacht. Vielen ist Rottnest aufgrund der Quokka’s bekannt. Quokkas sind Beuteltiere aus der Familie der Kängurus, doch mit einer Kopf-Rumpflänge von 48-60 cm wesentlich kleiner als diese. Rottnest Island – übersetzt „Rattennest“ hat ihren Namen wegen dieser Tiere erhalten, da sie anfänglich für große Ratten gehalten wurden. Einige von ihnen habe ich auch gesehen, doch aufgrund der heißen Temperaturen, wesentlich weniger als erwartet. Neben den kleinen Tierchen hat Rottnest wunderschöne Strände zum Entspannen, Fischen und Schnorcheln zu bieten, welche ich mit Shaun erkundet habe. Da auf der Insel keine Autos erlaubt sind, haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und so die Insel umrundet.


Quokka, auf Rottnest Island

Am nächsten Tag bin ich dann weiter südlich gefahren, um den „Cape to Cape Track“ vom Kap Naturaliste zum Kap Leeuwin zu begehen. Kap Leeuwin ist der südwestlichste Punkt des australischen Festlands und gilt als Grenzpunkt vom Indischen und Südlichen Ozean. Der Cape to Cape Track ist ein 135 km langer Wanderweg entlang der Küste des Indischen Ozeans. Einige Abschnitte des Wanderweges führen am Strand entlang. Wenn man dann, mit einem viel zu schweren Rucksack, an den Sonnenanbetenden Menschen oder den Surfern vorbei stapft, fragt man sich schon ab und zu was man hier eigentlich tut, doch wenn man nach ein paar Kilometern an einen Strand kommt, der einen ganz alleine gehört und sich im Meer erfrischen kann, sind diese Gedanken wie weggeblasen. Insgesamt habe ich 8 Tage für die Strecke benötigt, mit einem Tag Pause dazwischen. Auf den einfachen Campingplätzen, die lediglich mit einem Wassertank und einer Toilette ausgestattet waren habe, mit einer Ausnahme immer alleine übernachtet, auf anderen habe ich nette Leute aus Deutschland, Europa und Australien kennengelernt. Am Ziel angekommen, habe ich zur Belohnung von den Rangern eine kostenfreie Führung auf den Leuchtturm am Kap Leeuwin bekommen. Im Anschluss daran hatte ich das Glück eine Mitfahrgelegenheit von einem Simbabwer zurück nach Dunsborough zu bekommen, wo ich mein Auto geparkt hatte.



Hinweisschilder, dass man auf dem richtigen Weg ist




3. Tag, mit geschlossenen Augen lassen sich die Blasen besser ertragen.


Prevelly Beach


Hamelin Bay



Deepdeene Beach


Am Ziel - Kap Leeuwin angekommen

Nach zwei Tagen Pause in Bussselton bei Sara und Patrick bin ich über Pemberton nach Denmark gefahren, von wo ich auch diesen Blogeintrag schreibe. Im Gloucester Nationalpark, in der Nähe von Pemberton, wachsen Karribäume (Eukalyptus), die z.T. für ihre Größe bekannt sind. Zwei der drei größten Bäume, die dort wachsen (Gloucester Tree (61 m), Dave Evans Bicentennial Tree (75 m) bin ich dann auch hochgeklettert.




Auf zur Spitze des Dave Evans Bicentennial Tree's


Über den Wolken, eh Bäumen…


Grandmother Tree



Wahnsinn! Bei den Giant Tree's

Obwohl Denmark seinen Namen was das Wetter angeht alle Ehre macht, bin ich hier hängengeblieben, hauptsächlich um das Surfen zu erlernen. Wirklich erfolgreich bin ich leider nicht, doch immerhin kann ich jetzt die Wellen lesen, erkenne wo die Strömung ist, kann im Sitzen nen Surfboard drehen und in ferner Zukunft vielleicht auch darauf stehen ;-)

Da ich auf dem Festland jedoch sicherer unterwegs bin, habe ich mich spontan entschieden ein Teilstück des Bibblumun Wanderwegs zu laufen. Der Bibblumun Weg hat eine Gesamtlänge von 1000 km, führt von Perth nach Albany und gehört laut National Geographic zu einem der schönsten Wanderwege weltweit und führt auch durch Denmark. Da ich einmal hier bin, konnte ich mir das also nicht entgehen lassen. In 5 Tagen bin ich 100 km bis nach Walpole gelaufen. Der Bibblumun Weg ist noch verlassener als der Cape Track, so dass ich an manchen Tagen keine Menschenseele getroffen habe, dafür jedoch viele Kängurus J
Als besonders schön habe ich die letzten Tage durch die Wälder und das Tal der Giant Tree’s empfunden.


Gut hinschauen - es sind 2!


Wegweiser Bibblumun Track


Durch die Wälder


Dieser Baum (Tingle Tree) hat bereits 2 große Brände überlebt. 1937 und 1951.


Was als nächstes kommt, weiß ich noch nicht so genau. In ein paar Tagen werde ich wahrscheinlich nach Albany und Esperance weiterziehen und alles weitere auf mich zukommen lassen. Es bleibt also spannend.

Bis dahin viele Grüße!


Kristin

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