Vipassana und Pinguine
Vom 06.01.-17.01.2016 habe ich an einem Vipassana Kurs, 2
Stunden östlich von Perth, teilgenommen. Vipassana ist eine Meditationstechnik,
die innerhalb der buddhistischen Gemeinde Myanmar’s über Jahrhunderte hinweg
bewahrt und lebendig gehalten worden ist. Es enthält nichts, was als
konfessionsgebunden angesehen werden könnte. Vipassana wurde ab 1969 von S.N.
Goenka (1924-2013) gelehrt und über die Grenzen Myanmar’s, zunächst in Indien,
und später auch in der westlichen Welt verbreitet. Vipassana bedeutet die Dinge
zu sehen wie sie wirklich sind und ist eine Mediationstechnik, um den Frieden
des Geistes zu erlangen und ein glückliches, nützliches Leben zu führen (Ein 10
Tage Kurs reicht dazu jedoch nicht aus ;-)). Kurse und Zentren zur Vipassana
Meditation, die im Sinne von S.N. Goenka, ausgerichtet werden, arbeiten ohne
Profitorientierung. So auch das Zentrum Dhamma Padipa, in der Nähe von
Brookton, Westaustralien, in dem ich einen Kurs besucht habe.
Neben mir haben noch ca. 25 weitere weibliche und ca. 25
männliche Teilnehmer, den Kurs besucht. Frauen und Männer waren in
unterschiedlichen Bereichen des Kurszentrums untergebracht (entweder man hat
gezeltet oder in einem Schlafsaal übernachtet) und haben sich lediglich in der
Meditationshalle gesehen. Oberstes Gebot für alle Teilnehmer ab Tag 1 war das
Schweigen (bis zum Frühstück am 16.01.). Man durfte lediglich den Lehrern oder
einigen freiwilligen Helfern zu bestimmten Zeiten Fragen zur Mediationstechnik oder
praktischen Dingen des Lebens im Zentrum stellen. Bücher, Musik, elektronische Geräte, Internet etc. waren nicht erlaubt. Jeder
Tag verfolgte einen strikten Zeitplan:
04:00 Aufstehen
04:30-06:30 Meditieren
06:30-08:00 Frühstückspause
08:00-11:00 Meditieren
11:00-13:00 Mittagspause
13:00-17:00 Meditieren
17:00-18:00 Pause (mit Tee und Obst)
18:00-19:00 Meditieren
19:00-20:30 Vortrag zur Vipassana Meditation (Videoaufnahme
von Vorträgen S.N. Goenka’s)
20:30-21:00 Meditieren
21:00-21:30 Pause
ab 21:30 Nachtruhe
Neben dem Schweigen mussten die folgenden Regeln eingehalten
werden:
1. kein
lebendes Wesen zu töten;
2. nicht zu
stehlen;
3. sich
jeglicher sexueller Aktivitäten zu enthalten;
4. nicht zu
lügen;
5. keine
Rauschmittel irgendwelcher Art (einschl. Tabak und Alkohol) zu sich zu nehmen.
Ich weiß, dass hört sich für viele ziemlich krass an und ich
muss gestehen es war nicht immer einfach. Die Herausforderung bestand für mich
jedoch nicht im Schweigen, sondern mich auf die Meditation zu konzentrieren und
nicht mit meinen Gedanken in die Zukunft oder die Vergangenheit zu schweifen,
sondern im Hier und Jetzt zu verweilen.
Trotz der kurzen Nächte, der eingeschlafenen Gliedmaßen und
anderen Gliederschmerzen aufgrund des Stillsitzens beim Meditieren bin ich froh
diesen Kurs gemacht zu haben. Ich habe mich lange nicht so befreit und ruhig
gefühlt wie bei meiner Abreise aus dem Zentrum.
Jeder der Zeit und Lust hat sich auf einen 10-Tageskurs
einzulassen, kann ich die Teilnahme daran nur empfehlen. Auch wenn es nur der
Anfang eines langes Weges (zu sich selbst) ist. Dafür muss man auch nicht nach
Australien reisen. Vipassana Zentren gibt es auch in Europa. In Deutschland in
der Nähe von Berlin. Nach der Tradition des reinen Vipassana werden Kurse
einzig und allein auf Spendenbasis durchgeführt. Spenden werden nur von
denjenigen akzeptiert, die bereits wenigstens einen Kurs mit S.N. Goenka oder
seinen Assistenzlehrern abgeschlossen haben. Wer zum ersten Mal einen Kurs
besucht hat, kann direkt am Ende des Kurses eine Spende geben oder auch
jederzeit danach. Wer möchte kann auf der folgenden Seite mehr über Vipassana nachlesen:
https://www.dhamma.org/de/index
Bevor ich an dem Kurs teilgenommen habe, habe ich noch mit
meiner Freundin Janice die „Penguin Island“ bei Rockingham besucht. Wie der
Name schon sagt, gibt es dort Pinguine zu sehen. Um die $ 25 für die 5minütige
Überfahrt mit der Fähre zu sparen, sind wir über eine Sandbank durchs Meer
gelaufen. Das soll man eigentlich nicht machen, doch an dem Tag waren die
Witterungsbedingungen gut, keine Haie in Sicht und andere Leute haben sich auch
zu Fuß auf den Weg gemacht. Zudem war es bei Temperaturen über 30 °C eine
schöne Erfrischung.
Bislang habe ich lediglich ein Känguru gesehen, doch konnte
kein Foto davon machen. Auf die Fotos von den typischen australischen Tieren
müsst ihr also noch ein bisschen warten.
Viele Grüße und bis zum nächsten Mal!
Kristin
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